Rezensionen

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig

Titel: Die Mitternachtsbibliothek | Originaltitel: The Midnight Library | Autor: Matt Haig | Übersetzerin: Sabine Hübner | Verlag: Droemer Knaur | Erscheinungsdatum: 01.02.2021 | Seitenzahl: 320 | ISBN: 978-3-426-28256-4 | Altersempfehlung: k.A.

Klappentext
Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.

Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig | Rezension von Janna Werner | Papiersalat
 
Zum Inhalt
Noras Leben erscheint ihr nicht mehr lebenswert – den Job verloren, die Eltern gestorben, zum Bruder keinen Kontakt, den ehemaligen Verlobten kurz vor der Hochzeit verlassen, Kater tot, die Schwimmakarriere aufgegeben und aus der ehemals erfolgreichen Band ausgetreten. Den einzigen Ausweg sieht sie im Freitod. Auf diese Weise gerät Nora in die Mitternachtsbiliothek, in der sie mit Unterstützung der Bibliothekarin Frau Elm die Möglichkeit erhält, in ihr persönliches Buch der Reue zu sehen. Dort steht alles drin, was sie je bereut hat – ob große oder kleine Dinge. Nun hat sie die Chance, diese Ereignisse rückgängig zu machen und in die Leben hineinzuleben, in denen sie eine andere Entscheidung getroffen hat. Nach und nach fällt ihr auf, dass sie die Träume von Familie und Freunden gelebt hat und die eigenen dabei auf der Strecke blieben. Auf der Reise durch ihre viele Leben trifft Nora einen Mann, der ebenfalls in seiner eigenen Mitternachtsbibliothek ist (bzw. ist seine eine Videothek). Er nennt Menschen wie sich und Nora Slider.

Ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen. Der Schreibstil ist klar, flüssig und vermeidet Ausschweifungen. Die Handlung ist schlüssig und die kleinen philosophischen Einschübe regen zum nachdenken an. So wird Nora z.B. von der Bibliothekarin der Mitternachtsbibliothek gefragt, warum sie mit dem Schwimmen aufgehört hat. Nora antwortet, dass sie (aufgrund des Erfolgs) auf einmal gesehen wurde, sie aber nicht gesehen werden wollte. Auch der Hinweis von Frau Elm, dass man sich häufig über das definiere, was man nicht ist, fand ich gut oder ihre Aufforderung, die Bedeutung nebensächlicher Dinge nie zu unterschätzen.

Fazit
★★★★★
Ich habe Die Mitternachtsbibliothek genossen, die Denkanstöße und die unkomplizierte Weise, in der der Autor Lebensfragen aufwirft. Der Satz über die Nebensächlichkeiten ist bei mir hängen geblieben, auch die Frage danach, ob ich meine eigenen Träume/Wünsche verfolge oder doch mit der ein oder anderen Sache versuche, es jemand anderem (unbewusst) recht zu machen. Für mich stellte sich nach dem Lesen die Frage, inwiefern ich einen Unterschied sehe zwischen Dingen, die ich bereue und Sachen, die ich retrospektiv einfach anders machen würde.

 

Die Mitternachtsbibilothek ist auch als ebook und Hörbuch (gelesen von Annette Frier) erhältlich.

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