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Normale Menschen von Sally Rooney

Titel: Normal People | Deutscher Titel: Normale Menschen | Autorin: Sally Rooney | Verlag: Faber & Faber | Erscheinungsdatum: 28.08.2018 | Seitenzahl: 304 | EAN eBook: 9780571334667 | Altersempfehlung: k.A.

Vorweg
Im Januar nahm ich am Buchclub Mädels. Die lesen. teil. Das gewählte Buch war Normale Menschen von Sally Rooney. Ich habe mich für die englischsprachige Originalversion im eBook-Format entschieden. In diesem Beitrag geht es ausschließlich um das Buch, über meine Erfahrungen mit dem Buchclub werde ich später berichten. Während des Lesens wurde ich auf diverse kritische Artikel bezüglich der Autorin aufmerksam. Diese Debatte ist nicht teil meiner Rezension, unter dem Beitrag habe ich jedoch zwei weiterführende Links vermerkt.

Klappentext
Die Geschichte einer intensiven Liebe: Connell und Marianne wachsen in derselben Kleinstadt im Westen Irlands auf, aber das ist auch schon alles, was sie gemein haben. In der Schule ist Connell beliebt, der Star der Fußballmannschaft, Marianne die komische Außenseiterin. Doch als die beiden miteinander reden, geschieht etwas mit ihnen, das ihr Leben verändert. Und auch später, an der Universität in Dublin, werden sie, obwohl sie versuchen, einander fern zu bleiben, immer wieder magnetisch, unwiderstehlich voneinander angezogen. Eine Geschichte über Faszination und Freundschaft, über Sex und Macht.


 
Zum Inhalt
Connell und Marianne gehen zur gleichen Schule, in den gleichen Jahrgang. Marianne ist aus einem gut betuchten Elternhaus, in dem Connells Mutter als Haushaltshilfe tätig ist. Die beiden Teenager, die in der Schule keinen Kontakt pflegen, kommen sich in deren Freizeit näher, probieren sich und ihre geheime Beziehung aus. Jede/r fühlt sich auf seine/ihre Weise als Einzelgänger/in und von der Welt nicht verstanden – zusammen erfahren sie das erste Mal das Gegenteil.

Durch diverse Umstände trennen sich die Wege von Marianne und Connell, das College führt sie wieder zusammen. Marianne, die in der Schule eher ein Mauerblümchen und Connell, der damals der überall beliebte Junge war, scheinen die Rollen nun getauscht zu haben. Connell hat wenig Geld und Freunde, Marianne scheint auf einmal sehr beliebt unter den Kommilitonen/innen. Beide nähern sich wieder an und verlieren sich letztendlich erneut durch mangelnde Kommunikation und verletzten Stolz.

Die beiden Hauptcharaktere erleben getrennt voneinander Liebe, zerbrechende Freundschaften, Abhängigkeiten, Verluste und psychische Erkrankungen. Der Kontakt zwischen Connell und Marianne reißt jedoch nie ab und wann immer sie sich zufällig sehen, ist sofort eine körperliche und seelische Verbundenheit zu spüren.

Marianne und Connell probieren sich mit und ohne einander aus – wer sie sein könnten, wer sie sein möchten und wer sie letztendlich sind. Sie gehören zusammen und verlieren sich bis zum Ende des Buchs trotzdem immer wieder.

Sally Rooneys Schreibstil ist direkt, klar und gut verständlich. Der überwiegende Teil der Geschichte ist im Präsens verfasst, was die Charaktere und Erlebnisse naher und eindringlicher wirken lässt. Auf Anführungszeichen wird in Unterhaltungen komplett verzichtet.

Fazit
★★★
Die Bewertung des Buchs finde ich schwierig. Letztendlich habe ich mich gefragt, ob ich es meinen Freundinnen uneingeschränkt weiterempfehlen würde. Da muss ich ganz klar sagen, dass dem nicht so ist. Die Geschichte um Connell und Marianne hat mich unterhalten, allerdings nicht mitgerissen.

Marianne und Connell beteuern sich immer wieder, dass der/die andere die einzige Person ist, die einen wirklich verstehen würde. Beide fühlen sich bei- und miteinander sicher, geborgen und echt. Trotzdem schaffen sie es nicht, ehrlich und offen miteinander zu reden. Auf diese Weise verbauen sie sich immer wieder ihre Beziehung. Die Entstehung einiger Missverständnisse waren mir zu konstruiert und nicht nachvollziehbar, so dass ich streckenweise von den Charakteren genervt war.

Viele wichtige Themen wurden angeschnitten, allerdings zu oft und zu schnell wieder verworfen, u.a. der Umgang mit Depressionen und Mobbing, Klassengesellschaft oder familiärer Gewalt. Connells und Mariannes Beziehung beruht im Wesentlichen auf Misskommunikation, Missverständnissen, Eitelkeiten und falschem Timing. Das offene Ende hat mich nicht gestört, es passte zum Inhalt.

Den oben erwähnten Schreibstil fand ich nach kurzer Eingewöhnung angenehm und erfrischend. Das Cover der englischsprachigen Originalausgabe mit dem sich küssenden Paar in der Konservendose gefällt mir äußerst gut, viel besser, als das der deutschen Ausgabe.
Für Buchkreise und Leserunden finden sich am Ende der Originalausgabe noch Fragen zum Text sowie Zitate, die bestimmte Aspekte noch vertiefen sollen.

 

 

Das Buch ist als ebook, Hardcover, Paperback und Hörbuch erhältlich.
Normal People wurde unter gleichnamigem Titel als Serie verfilmt und ist über Amazon Prime abrufbar.

 

Weiterführende Links

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