Rezensionen

Quendel von Caroline Ronnefeldt

Titel: Quendel (Band 1) | Autorin: Caroline Ronnefeldt | Verlag: Ueberreuter | Erscheinungsdatum: 16.02.2018 | Seitenzahl: 448 | ISBN: 978-3-7641-7077-6 | Altersempfehlung: 14-17 Jahre

Klappentext
Die Quendel sind ein gutmütiges Volk, das sich abends am Kaminfeuer schauerliche Geschichten erzählt und für gewöhnlich nie etwas Ungeplantes tut. Doch als der selbst ernannte Kartograf Bullrich Schattenbart eines Nachts nicht nach Hause kommt, brechen seine besorgten Nachbarn auf, um ihn zu suchen – angetrieben von einem schrecklichen Verdacht: Kann es sein, dass sich der verwegene Eigenbrötler in die Nähe des Waldes Finster gewagt hat? Noch ahnt keiner, was diese Nacht so anders macht als alle anderen. Ein seltsam leuchtender Nebel öffnet die Grenzen zu einer fremden, bedrohlichen Welt. Wer die Zeichen zu lesen versteht, weiß, dass lang vergessene, uralte und grausame Kräfte zu neuem Leben erwachen…


 
Zum Inhalt
Die Geschichte beinhaltet drei große Handlungsstränge: man erfährt zunächst etwas über Bullrich Schattenbart und begleitet ihn ein Stück auf seiner abenteuerlichen Reise zum Finster, in dem er auf mysteriöse Weise verschwindet. Desweiteren lernt man seine Nachbarn kennen und macht sich schließlich mit ihnen auf den Weg, um Bullrich zu suchen. Hierbei wird die bisher bekannte und gemütliche Welt der Quendel auf den Kopf gestellt. Der dritte Strang erzählt von einer Familie mit Kindern, die mit den uralten Kräften der Nacht zu kämpfen hat und der ein schlimmes Schicksal widerfährt, das mich (als Mama) sehr berührt hat. Alle drei Geschichten sind miteinander verwoben und werden durch das Grauen, das der Nebel mit sich bringt, zusammen gehalten.

Das Buchcover ist wirklich schön, das Buch selbst liegt gut in der Hand, fühlt sich sehr angenehm an und war trotz seiner über 400 Seiten gut händelbar. Von außen ein richtig tolles Fantasybuch, das auch noch was im Bücherregal hermacht.
Beim Lesen der ersten Seiten fühlte ich mich direkt an die Hobbits erinnert. Eigentlich ganz geschickt von der Autorin, denn so hatte ich automatisch eine Idee vom Volk der Quendel im Kopf und Bilder einer hügeligen, farbenfrohen, blumenbeladenen Welt vor den Augen. Da ich den Hobbit sowie Herr der Ringe sehr gerne mag, war ich gleich positiv gestimmt und stieg mit einem wohlig warmen Gefühl der Vorfreude in das Buch ein.
Die Grundidee des Buchs gefällt mir sehr gut, mit dem Schreibstil bin ich allerdings nicht zurecht gekommen. Sehr langatmig, weitschweifig und stellenweise zu detailverliebt wird über die Quendel und die Abenteuer der Protagonisten berichtet. Das bremst die Handlung oftmals aus, so dass ich ungeduldig einige Textpassagen übersprungen habe. Das Tempo der Geschichte variiert stark und hat mich somit des öfteren aus dem Lesefluss gebracht. Die altertümliche Wortwahl fand ich stellenweise zu gewollt und erzwungen. Was ich allerdings am enttäuschendsten fand, war das offene Ende. Weder auf die uralten Kräfte wird weiter eingegangen, noch klärt sich das Schicksal der Familie und selbst Bullrichs Geschichte endet mit einem Fragezeichen. Das hat mich ein wenig verärgert zurück gelassen.

Fazit
★★★

Ich wollte dieses Buch lieben. Zum einen, weil es fantastisch aussieht, zum anderen weil ich es von einer sehr lieben Person geschenkt bekommen habe – leider hat das nicht gereicht. Die Grundidee gefällt mir sehr gut und das offene Ende zieht natürlich, so dass ich mir den zweiten Band bereits besorgt habe. Allerdings hinterlässt das Ende, bei dem jegliche Fäden in der Luft hängen, einen Beigeschmack. Mir kommt es so vor, als ob die Autorin von Anfang an nur darauf abzielt, weitere Bücher zu verkaufen. Zumindest einige Erklärungen hätte ich erwartet. Ich hoffe sehr, dass der zweite Band mich mit dem ersten versöhnen wird.

 

 

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