Buddyread Rezensionen

Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

Titel: Wie man die Zeit anhält | Originaltitel: How to stop time | Autor: Matt Haig | Übersetzerin: Sophie Zeitz | Verlag: dtv | Erscheinungsdatum: 20.04.2018 | Seitenzahl: 384| ISBN: 978-3-426-28256-4 | Altersempfehlung: k.A.

Vorweg
Wie man die Zeit anhält habe ich im Buddyread mit einer Freundin gelesen. Wir haben das Buch in Leseabschnitte unterteilt und uns anschließend über deren Inhalt ausgetauscht. Ursprünglich wollten wir das Buch persönlich besprechen, waren dann allerdings verhindert. Deswegen haben wir unsere Gedanken in einem Textdokument notiert und dieses per Mail hin- und hergeschickt. Das war der erste Buddyread für uns beide und wir sind derselben Meinung: es hat sehr viel Freude gemacht. Gerade der schriftliche Austausch hat uns beiden das Buch noch näher gebracht und unsere Diskussionen entfalteten sich in viele Richtungen. Die Langsamkeit und Entschleunigung taten gut, so dass wir beschlossen haben, nebenbei auch auf herkömmlichem Weg, nämlich per Schneckenpost, uns über einzelne Gedanken, Zitate u. ä. zu schreiben.

Klappentext
Tom Hazard sieht aus wie vierzig, doch in Wirklichkeit ist er über 400 Jahre alt. Eines war er über Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Denn zu große Nähe zu anderen Menschen wäre lebensgefährlich gewesen. Niemand durfte von seinem Geheimnis wissen. Jetzt aber tritt Camille in sein Leben. Und damit verändert sich alles.

Zum Inhalt
Tom lebt schon viele Jahrhunderte, er ist nicht unsterblich, er altert nur sehr langsam. Das hat ihn und seine Liebsten schon öfter in Gefahr gebracht, deshalb hält er sich seit langem von Freund- und Liebschaften fern. Durch eine Gesellschaft, die den Schutz der langlebigen Menschen zum Ziel hat, wird Tom zu immer wieder neuen Leben und Identitäten verholfen.

Man begleitet Tom in der heutigen Zeit, aber auch durch einige seiner früheren Leben, in denen er verschiedenste Berufe und Tätigkeiten ausübte und u.a. bekannte Persönlichkeiten der Geschichte trifft wie Captain Cook, William Shakespeare oder F. Scott Fitzgerald. Tom versucht seit vielen Jahrzehnten eine für ihn wichtige Person zu finden – bisher erfolglos. Daher hat er sich nun von der Gesellschaft als Geschichtslehrer nach London versetzen lassen, in der Hoffnung, dort mit seiner Suche weiter zu kommen. An der Schule, an der Tom unterrichtet, trifft er auf die Französischlehrerin Camille. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen, doch Toms Geheimnis steht einer Verbindung scheinbar im Weg.

Neben der angenehm unaufdringlichen und gar nicht so viel Raum einnehmenden Liebegeschichte um Camille und Tom schreitet auch die Suche nach der vermissten Person voran und endet in einem weiteren Abenteuer.

Fazit
★★★★
Wie auch Die Mitternachtsbibliothek kommt das Buch mit eher leisen Tönen daher. Mir gefällt der Wechsel zwischen den (Lebens-) Zeiten, so dass man immer mehr von Toms bisherigen Leben kennenlernt und gleichzeitig geschichtlichen Kontext (wie z. B. zur Hexenverfolgung) erhält. Das Spannende sind jedoch die Themen, die das Buch aufgreift:

  • Angst, die einen fesselt und von schönen Dingen abhält
  • Zeit, der man sich unterwirft und einen lähmt
  • Alter, das nichts über den Wert des Lebens aussagt
  • Rollen, die man annimmt oder aufgedrückt bekommt
  • Achtsamkeit, die einen im Hier und Jetzt bleiben lässt

Ich hatte das Gefühl, dass in diesem Buch auch viel zwischen den Zeilen steht, das sind eben die leisen Tönen, von denen ich schrieb.

Toms depressive und pessimistische Art war streckenweise etwas anstrengend. Auch die ständige Wiederholung z. B. seiner Herkunft, der wiederkehrenden Kopfschmerzen sowie die Betonung der Flasbacks waren mir mitunter zu viel. Einige Wendungen zum Ende der Geschichte kamen plötzlich und waren für mich nicht ganz nachvollziehbar. Für mich liegt der Wert des Buchs mehr in den oben genannten Themen, als der Geschichte selbst (die sich dennoch sehr gut lesen lässt).

Wie man die Zeit anhält kann für mich nicht ganz mit Matt Haigs Buch Die Mitternachtsbibliothek mithalten, mir hat es allerdings großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen und besonders der Austausch mit meiner Freundin hat Wie man die Zeit anhält für mich zu etwas Besonderem gemacht.

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