Kürzlich war ich wieder in der Craftschöpferey von Julia Vogel. In ihrer Kurswerkstatt für künstlerische Druckgrafik, welche sich in Ganderkesee-Schierbrok befindet, bietet Julia verschiedene Workshops an, z.B. Papier schöpfen, Siebdruck, Drucken mit Holzlettern und Monotypie. Für letzteren hatte ich mich angemeldet, um für meinen im Oktober anstehenden Kurs an der VHS Oldenburg Inspirationen zu sammeln.


Sobald ich die Werkstatt betrete, bin ich sofort im Kreativmodus. Überall hängen Drucke, Karten, Platten und andere Kunstwerke, die darauf warten, betrachtet und gesehen zu werden.
Was bedeutet Monotypie und was ist eine Gelli Plate?
Für diejenigen, die sich mit Monotypie und Gelli Printing noch nicht auseinandergesetzt haben, hier eine kurze Erklärung. Monotypie ist ein Verfahren, bei dem von einer Platte nur ein Abzug hergestellt wird (Quelle). Die Gelli Plate ist eine Gel-Druckplatte, mit der Monotypien erstellt werden können, z.B. mit Acrylfarbe (Quelle).
Gelli Plates können käuflich erworben oder im DIY Verfahren erstellt werden (siehe Links unten). In Julias Monotypie Workshop haben wir mit selbstgemachten Gelli Plates sowie Glasplatten gearbeitet. Glasplatten erzielen aufgrund ihrer unflexiblen Oberfläche andere Ergebnisse als Geldruckplatten. Zudem verwendet man i.d.R. keine Acryl- sondern Linoldruckfarben. Da ich mich hauptsächlich mit den Gelplatten beschäftigt habe, gehe ich auf die Glasvariante hier nicht weiter ein.



Um Muster und Texturen in bzw. auf die Drucke zu bringen, können unterschiedliche Materialien verwendet werden: frische oder getrocknete Blumen, Luftpolsterfolie, strukturierte Tapetenreste, ausgeschnitten Formen, Schwämme, Anhänger, Kartons und so viel mehr. Für die Hamster unter uns die beste Ausrede, um nichts mehr wegschmeißen zu müssen 😉



Das Vorgehen bei der Herstellung eines Drucks mit einer Gelli Plate bietet mehrere Herangehensweisen. Der Farbauftrag kann z.B. per Walze oder Pinsel erfolgen, je nachdem, welcher Effekt erzielt werden soll. Es kann schabloniert, gestempelt (z.B. mit Wellpappe) oder in einen Farbauftrag gemalt werden. Experimentierfreudige können sich auch an Aquarell- statt Acrylfarben heranwagen, die bieten jedoch einige Herausforderungen beim Druck.



Bei der Erstellung von Probedrucken eignet sich wenig strukturiertes, nicht zu stark saugendes Papier wie z.B. Kopierpapier mit einer Grammatur von 90 g/m², Mixed Media- oder Zeichenpapier (120-150 g/m²), aber auch Zeitschriften- und Buchseiten, Packpapiere oder Notenblätter. Mit Seiden- und Reispapieren können interessante Effekte generiert werden.

Farbtechnisch bin ich sehr schnell in meiner Komfortzone gelandet: Neon mit schwarz/weiß Kontrasten. Ich habe die Zeit genutzt, um möglichst viel auszuprobieren. Dabei habe ich versucht, mich nicht auf ein bestimmtes Ergebnis zu fixieren und Missgeschickte für neue Lösungsstrategien zu nutzen. Die vier Stunden sind einfach an mir vorbeigeflogen und bis auf eine 15-minütige Essenspause, habe ich durchgehend an meinem Arbeitsplatz gestanden und gedruckt.



Die entstandenen Drucke eignen sich hervorragend, um weitere Techniken wie Stempeln, Die Cutting, Linoldruck o.ä. darauf auszuprobieren. Eventuell werde ich aus dem ein oder anderen Blatt ein kleines Heft binden oder eine Karte erstellen.



Ich freue mich jetzt schon sehr auf den Gelli Printing & ATC Workshop, den ich im Oktober in den VHS Kunstwerkstätten anbiete. Wir werden zunächst mit Gelplatten arbeiten und aus den entstandenen Drucken Artist Trading Cards erstellen. Ein paar Plätze sind noch frei, alle Infos zum Kurs gibt es hier.
Bis dahin, viel Spaß beim Experimentieren!
Janna
Weiterführende Links
- Anleitung DIY Gelli Plate (nicht vegan)
- Anleitung DIY Gelli Plate (vegan)
- Gelli Arts Original
- Craftschöpferey Ganderkesee-Schierbrok
- VHS Oldenburg Workshop: Artist Trading Cards & Gelli Printing
